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04.10.2022 à 00:05

František Zvardon : Le berceau de l’Humanité (156)

admin

Près d’Aksoum, une ville septentrionale d’Éthiopie, dans la province du Tigré. Il s’agit d’un des centres religieux de l’Église éthiopienne orthodoxe. Altitude 2131, 2010. © František Zvardon

Près d’Aksoum, une ville septentrionale d’Éthiopie, dans la province du Tigré. Il s’agit d’un des centres religieux de l’Église éthiopienne orthodoxe. Altitude 2131, 2010.

© František Zvardon

© František Zvardon

04.10.2022 à 00:04

Was passiert, wenn nun die Ukraine Russland den Krieg erklärt?

admin

(KL) – Die Möglichkeit, dass die Ukraine Russland den Krieg erklären könnte, hat der frühere stellvertretende Außenminister Russlands Andrei Fedorov im russischen TV ins Spiel gebracht. Ganz abwegig ist dieser Gedanke nicht, auch wenn Fedorov damit die russische Propaganda-Maschine befeuern wollte, die der russischen Bevölkerung nach wie vor suggeriert, dass der Kreml in der Ukraine eine „Spezialoperation“ durchführt, da Russland potentiell angegriffen wird. Während der Sendung erklärte Fedorov, dass die Ukraine in diesem Fall nicht nur die westlich liegenden Städte wie Belgograd angreifen würde, sondern – Moskau. Ohne nun gleich die russische Propaganda aufzugreifen, sollte man diesen Gedanken einmal weiterspinnen. Eine ukrainische Kriegserklärung hätte viele Folgen. Zum einen würde damit das Märchen einer „Spezialoperation“ enden und Putin befände sich in einem von ihm verursachten Krieg, der dann die ganze russische Bevölkerung betreffen würde. Für die Ukraine würde sich nicht viel enden, denn das überfallene Land befindet sich seit dem 24. Februar im Krieg. Gleichzeitig würde eine ukrainische Kriegserklärung die internationale Gemeinschaft zwingen, eine klare Position zu beziehen. Das Herumgeeier, bei dem man versucht, trotz Waffen-, Geld- und Know-How-Lieferungen keine Kriegspartei zu sein, könnte in einer solchen Situation nicht mehr aufrecht erhalten werden. Zu diesem Zeitpunkt hätte die internationale Gemeinschaft, EU, [...]
Texte intégral (642 mots)

(KL) – Die Möglichkeit, dass die Ukraine Russland den Krieg erklären könnte, hat der frühere stellvertretende Außenminister Russlands Andrei Fedorov im russischen TV ins Spiel gebracht. Ganz abwegig ist dieser Gedanke nicht, auch wenn Fedorov damit die russische Propaganda-Maschine befeuern wollte, die der russischen Bevölkerung nach wie vor suggeriert, dass der Kreml in der Ukraine eine „Spezialoperation“ durchführt, da Russland potentiell angegriffen wird. Während der Sendung erklärte Fedorov, dass die Ukraine in diesem Fall nicht nur die westlich liegenden Städte wie Belgograd angreifen würde, sondern – Moskau.

Ohne nun gleich die russische Propaganda aufzugreifen, sollte man diesen Gedanken einmal weiterspinnen. Eine ukrainische Kriegserklärung hätte viele Folgen. Zum einen würde damit das Märchen einer „Spezialoperation“ enden und Putin befände sich in einem von ihm verursachten Krieg, der dann die ganze russische Bevölkerung betreffen würde. Für die Ukraine würde sich nicht viel enden, denn das überfallene Land befindet sich seit dem 24. Februar im Krieg.

Gleichzeitig würde eine ukrainische Kriegserklärung die internationale Gemeinschaft zwingen, eine klare Position zu beziehen. Das Herumgeeier, bei dem man versucht, trotz Waffen-, Geld- und Know-How-Lieferungen keine Kriegspartei zu sein, könnte in einer solchen Situation nicht mehr aufrecht erhalten werden. Zu diesem Zeitpunkt hätte die internationale Gemeinschaft, EU, NATO und USA, keine andere Wahl mehr, als sich entweder aus der Ukraine zurückzuziehen, oder aber den offenen Krieg mit Russland zu beginnen.

Dass man auch im Westen über diese Option nachdenkt, erkennt man daran, dass viele europäische Länder in den letzten Tagen eine Art Inventar ihrer Armeen erstellt haben. Das Ergebnis dieses „Inventars“ ist allerdings niederschmetternd. Momentan ist wohl keine europäische Armee für einen solchen Einsatz vorbereitet und ausgerüstet und unter diesen Umständen müsste man auch damit rechnen, dass sich heftiger Widerstand in der Bevölkerung gegen den dann startenden III. Weltkrieg regt.

Angesichts der Tatsache, dass die politische Ebene zwischen Russland und der Ukraine eingefroren ist, insbesondere nach der russischen Teilmobilmachung von Reservisten und vor allem, der abenteuerlichen Annektierung von vier weiteren ukrainischen Oblasten (zusätzlich zur Krim), die Russland militärisch nur teilweise kontrolliert, ist die Option einer ukrainischen Kriegserklärung alles andere als unrealistisch.

Die momentanen militärischen Erfolg der ukrainischen Armee dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor 15-20 % des ukrainischen Staatsgebiets von Russland besetzt sind, inzwischen mit der Besonderheit, dass Russland diese Gebiete als russisches Territorium betrachtet, wodurch die russische Nuklear-Doktrin auch für diese Gebiete gilt. Die in den letzten Tagen immer lauter werdende Drohung eines Atomschlags muss man ernstnehmen, besonders, wenn Putin weiter unter Druck gerät. Dazu liegen ihm die Kreml-Falken im Ohr, dass er nun zu solchen Mitteln greifen soll und Putin wird sich zweimal überlegen, ob er seine treusten Vasallen einfach so abbürstet.

Doch wie würde der Westen auf eine solche ukrainische Kriegserklärung reagieren? Es gibt keine europäische Armee, die nationalen Armeen sind in einem erbarmungswürdigen Zustand, was daran liegt, dass seit Jahrzehnten eine konkrete Kriegsgefahr nicht gegeben war und es deshalb keinen objektiven Grund gab, in die jeweiligen Armeen mehr als das strikte Minimum zu investieren. Die Frage stellt sich also, ob der Westen militärisch tatsächlich die Atommacht Russland in ihre Schranken weisen kann, ohne die nukleare Vernichtung Europas zu riskieren.

Fedorov, ebenso wie andere Politiker in Ost und West, reden immer häufiger von dieser Bedrohung, die noch vor wenigen Monaten in die Kategorie „das werden die dann doch nicht wagen“ fiel. Heute werden konkrete Optionen für einen Atomschlag diskutiert, beispielsweise ein Erstschlag über dem Schwarzen Meer. Es wird allerhöchste Zeit, diesen Wahnsinn zu stoppen.

04.10.2022 à 00:03

A voir, encore jusqu’au 24 octobre 2022 !

admin

(Thérèse Willer) – Le dessinateur Tomi Ungerer (Strasbourg, 1931 – Cork, 2019) n’a cessé de célébrer la liberté des idées, des pensées et des images, tout au long de son œuvre. C’est aussi le fil conducteur de l’exposition présentée à la Städtische Galerie à Offenbourg, dans l’année des Heimattage, et réalisée en étroite collaboration avec le Musée Tomi Ungerer – Centre international de l’Illustration à Strasbourg. Elle présente plus de 100 œuvres sélectionnées exclusivement dans la collection du musée strasbourgeois, et qui sont caractéristiques de toutes les périodes créatives et de tous les registres graphiques de l’artiste. Humaniste, Européen convaincu, fervent défenseur des relations franco-allemandes, ce strasbourgeois de naissance s’est forgé une notoriété internationale dans l’univers de l’illustration. Plusieurs thématiques de l’œuvre sont à découvrir au fil de l’exposition, toutes sont marquées du sceau de l’humour et de la satire caractéristiques à Tomi Ungerer. Homme-animal – Tomi Ungerer s’est emparé dans son œuvre d’un thème satirique qui remonte à l’Antiquité égyptienne et qui fut popularisé dans le monde de l’illustration au XIXe siècle, entre autres par J.-J. Grandville : l’imbrication des formes animales et humaines. L’animalisation de l’être humain s’avère un procédé visuel très efficace pour la critique sociale, qu’Ungerer [...]
Texte intégral (1713 mots)

(Thérèse Willer) – Le dessinateur Tomi Ungerer (Strasbourg, 1931 – Cork, 2019) n’a cessé de célébrer la liberté des idées, des pensées et des images, tout au long de son œuvre. C’est aussi le fil conducteur de l’exposition présentée à la Städtische Galerie à Offenbourg, dans l’année des Heimattage, et réalisée en étroite collaboration avec le Musée Tomi Ungerer – Centre international de l’Illustration à Strasbourg. Elle présente plus de 100 œuvres sélectionnées exclusivement dans la collection du musée strasbourgeois, et qui sont caractéristiques de toutes les périodes créatives et de tous les registres graphiques de l’artiste. Humaniste, Européen convaincu, fervent défenseur des relations franco-allemandes, ce strasbourgeois de naissance s’est forgé une notoriété internationale dans l’univers de l’illustration. Plusieurs thématiques de l’œuvre sont à découvrir au fil de l’exposition, toutes sont marquées du sceau de l’humour et de la satire caractéristiques à Tomi Ungerer.

Homme-animal – Tomi Ungerer s’est emparé dans son œuvre d’un thème satirique qui remonte à l’Antiquité égyptienne et qui fut popularisé dans le monde de l’illustration au XIXe siècle, entre autres par J.-J. Grandville : l’imbrication des formes animales et humaines. L’animalisation de l’être humain s’avère un procédé visuel très efficace pour la critique sociale, qu’Ungerer exploite notamment dans une série publiée sous forme d’un portfolio par le sérigraphe Domberger, Von tierischen Menschen und menschlichen Tieren. Dans cette galerie de portraits d’animaux, il met en relief de manière impitoyable les travers et les faiblesses des êtres humains.

Féminin / Masculin – Parmi les nombreux thèmes satiriques de l’œuvre de Tomi Ungerer figure en bonne place celui des relations entre l’homme et de la femme, qui s’inscrit dans une tradition véhiculée depuis le Moyen Age par les caricaturistes. Le dessinateur s‘y est particulièrement intéressé dans les années 1960 et 1970, lors de son séjour new-yorkais. Dans ses cartoons, édités à l’époque en recueils, il n’épargne ni l’homme ni la femme, et les fait s’opposer en une lutte parfois violente. Son style graphique grinçant et puissant, porté par un trait réalisé à la plume et à l’encre de Chine, est inspiré de celui que Tomi Ungerer considérait comme l’un de ses modèles en matière de dessin, l‘Américain Saül Steinberg.

Oh Heimat ! / Visions d’Allemagne – Pour sa maison d’édition suisse Diogenes, Ungerer a créé 56 illustrations pour 204 chansons populaires allemandes. L’artiste a travaillé pendant 7 ans au Grosses Liederbuch (Grand livre des chansons) qui a été publié en 1975. Tomi Ungerer connaissait bien ce patrimoine que les Nazis s’étaient approprié et que les Allemands avaient rejeté après-guerre, pour l’avoir entendu chanter par sa mère alors qu’il était jeune. L’iconographie du livre est inspirée d‘artistes romantiques allemands comme David Caspar Friedrich et français comme Gustave Doré, et dans sa partie satirique, du caricaturiste alsacien Jean-Jacques Waltz alias Hansi. Dans le même style mais dans un esprit très différent, Ungerer a illustré un projet publicitaire pour le guide de voyage Merian, « Reisen in Deutschland » : sur le thème du voyage à pied et en train, avec des dessins hauts en couleurs qui mettent en scène avec humour des éléments architecturaux et des décors naturels typiques de l’Allemagne.

Métamorphoses – Les métamorphoses constituent un thème majeur pour Tomi Ungerer qui a su en exploiter le puissant potentiel créatif dans de nombreux registres graphiques. Le motif lui permet de transgresser les règnes, que ce soit entre l’homme et l’animal ou entre l’homme et l’inanimé. L’un des exemples les plus significatifs en est certainement le motif de la brouette à bras humains qu’il a imaginé pour la campagne publicitaire, très connue en Allemagne dans les années 1980, des conserves Bonduelle. Tomi Ungerer use aussi de la métamorphose dans le registre de l’humour et de la satire comme le montre la série Schnipp Schnapp, parue en 1989, qui revisite le procédé du dessin-collage initié à l’époque par les surréalistes.

L’enfant dans la société – Tomi Ungerer s’est fait connaître dans le monde entier pour ses livres d’enfants, dont certains sont devenus des classiques. Les héros qu’il imagine sont en général rebelles à l’ordre social établi, d’après l’exemple de Max et Moritz (1865) de Wilhelm Busch, dont l’artiste lisait l‘impertinente histoire dans sa jeunesse. Le livre That pest Jonathan, publié en 1970, raconte ainsi l’histoire d‘un petit garçon très mal élevé, qui rend la vie à ses proches insupportable. Ungerer, cependant, prend le contrepied d’une attitude moraliste en fustigeant l’éducation et la famille, dans un contexte de contre-culture aux Etats-Unis. Egalement conçue à New York et prévue pour une revue, l’histoire d’Elveda se base sur La petite fille aux allumettes de Hans Christian Andersen. Cette première version d’Allumette parue en 1974, qui est proche de celle de l’écrivain Ambroce Bierce par son côté acerbe, critique avec cynisme la société de consommation.

Œuvres politiques – Thème majeur de son œuvre, la critique politique de Tomi Ungerer est présente dès sa période new-yorkaise. C’est sans doute dans ses posters of protest des années 1960 qu’il s’est montré le plus percutant. L’affiche « Black Power/White Power », sur le thème de la ségrégation raciale, était initialement destinée à la couverture du magazine underground new-yorkais Monocle avant de devenir l’une des images iconiques sur le sujet. La campagne d’affiches contre la guerre du Viet-nâm, initialement refusée par son commanditaire, l’Université de Columbia, fut finalement éditée à compte d’auteur. Ungerer use dans les œuvres de ce type d’un style très efficace, proche de celui de la propagande, pour exprimer ses idées et provoquer un choc visuel. Sa critique de la politique allemande n’est pas en reste, dont la campagne pour le SPD dans années 1970, puis l’affiche contre l’émergence du néo-nazisme dans les années 1990, sont des témoins, parmi les plus significatifs.

La vie moderne – Dès les années 1980, Tomi Ungerer a donné du monde d’aujourd‘hui une vision prémonitoire. Dans le livre Symptomatics, il dresse impitoyablement le bilan des symptômes d’une société malade de sa modernité. Ses illustrations, inspirées d‘une campagne publicitaire qu’il avait dessinée dans les années 1960 pour un anti-dépresseur, expriment en de terrifiantes métaphores visuelles ce que l’être humain subit en raison de son environnement : entre autres l’angoisse, la sensation d’emprisonnement, les hallucinations et les cauchemars. Dans un environnement mécanisé et industrialisé qui lui est devenu hostile, il ne reste finalement à l’être humain qu‘une seule échappatoire, celle d’une monstrueuse hybridation, dont Ungerer nous livre une vision terrifiante.

Futur – Dans l’œuvre de Tomi Ungerer, le futur s’annonce très sombre pour les générations à venir. L’énergie nucléaire, la pollution, la dégradation de l’environnement, figurent parmi ses sujets récurrents dès les années 1960. Pour les illustrer, il ne s’est pas cantonné au registre du dessin satirique, mais s‘est également servi de supports inattendus, utilisés parfois même à « contre-courant », comme celui d‘une campagne publicitaire pour une compagnie industrielle nord-américaine. Il tient l’être humain comme seul et unique responsable d‘une catastrophe annoncée, et ne prévoit aucun avenir à ses descendants, ni sur terre, ni dans l’espace. Le pessimisme inné de Tomi Ungerer, qu’il a largement exorcisé grâce à son œuvre satirique, s’est sans doute largement « nourri » du contexte du monde contemporain…

Le lien avec Offenburg : la commande d’un calendrier – A la demande de l’Université populaire d’Offenbourg, Tomi Ungerer a dessiné en 2002, pour le 100e anniversaire de l’institution, 13 pages d’un calendrier dont les originaux ont été précieusement conservés par la ville et sont montrés pour la première fois dans l’exposition. Illustrant des sujets sur l’histoire d’Offenbourg pendant un siècle, ils témoignent non seulement du talent de Tomi Ungerer dans ce domaine, mais également de la curiosité dont il savait faire preuve pour un sujet de commande. Le sujet l’a d’autant plus intéressé que celui-ci s’inscrivait dans le cadre des relations franco-allemandes, un thème cher au cœur de l’artiste.

Tomi Ungerer est né à Strasbourg en 1931 et a passé son enfance et sa jeunesse entre Strasbourg et Colmar. En 1953, il s’inscrit à l’École Municipale des Arts Décoratifs de Strasbourg. À partir de 1957, il s’installe à New York, un séjour qui marque l’ascension fulgurante de sa carrière dans les arts graphiques. Au début des années 1970, il s’installe en Nouvelle-Écosse, au Canada. En 1975, Ungerer fait don d’une partie de son œuvre à la Ville de Strasbourg qui ouvre un musée éponyme, également consacré à l’art de l’illustration, en 2007. Tomi Ungerer est décédé le 9 février 2019 en Irlande, qui était devenu son pays d’adoption en 1976.

Finissage de l’exposition en présence des deux commissaires, Patricia Potrykus et Thérèse Willer, le 23 octobre à 11h. Entrée libre.

Réservation conseillée au 00 49 781 82 20 ou par e-mail à galerie@offenburg.de

04.10.2022 à 00:00

Europa bröckelt immer weiter auseinander

admin

(KL) – Rechtzeitig zu ihrem Besuch in Polen bekam Annalena Baerbock schon mal vorab mitgeteilt, was man von ihr und der Bundesrepublik erwartet: astronomische Beträge als Reparation für den II. Weltkrieg. Genauer gesagt, 1komma3 Billionen Euro. Und natürlich wird Annalena Baerbock diese Forderung höflich und entschieden ablehnen. Und Europa und die europäischen Länder entfremden sich immer mehr, statt als Einheit zusammen zu stehen. Angesichts der aktuellen Probleme ist das keine gute Nachricht. Sämtliche aktuellen Probleme betreffen alle europäischen Länder gleichermaßen. Die bedrohte Sicherheitslage durch den Ukraine-Krieg; die Covid-Pandemie, die gerade wieder an Fahrt aufnimmt; die Inflation mit stark steigenden Kosten für Energie, Ernährung und täglichen Bedarf; die sozialen Spannungen, die sich aus diesen Problemen ergeben; Klimawandel und ständig neue, beunruhigende Rekord-Phänomene – all das betrifft alle europäischen Länder und nicht nur eines oder ein paar. Aber wo steht Europa in all diesen und vielen weiteren Fragen? Die EU ist in mehrere Blöcke zerfallen, die unterschiedliche Interessen haben, nicht die gleichen „Werte“ vertreten, sich gegenseitig mit Paragraphen ausbremsen. Dabei ist klar, dass die geographische Lage der Länder die Prioritäten in den aktuellen Krisen bestimmt. So ist in den baltischen Ländern, aber auch Skandinavien und Polen die Sorge vor dem Krieg momentan [...]
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(KL) – Rechtzeitig zu ihrem Besuch in Polen bekam Annalena Baerbock schon mal vorab mitgeteilt, was man von ihr und der Bundesrepublik erwartet: astronomische Beträge als Reparation für den II. Weltkrieg. Genauer gesagt, 1komma3 Billionen Euro. Und natürlich wird Annalena Baerbock diese Forderung höflich und entschieden ablehnen. Und Europa und die europäischen Länder entfremden sich immer mehr, statt als Einheit zusammen zu stehen. Angesichts der aktuellen Probleme ist das keine gute Nachricht.

Sämtliche aktuellen Probleme betreffen alle europäischen Länder gleichermaßen. Die bedrohte Sicherheitslage durch den Ukraine-Krieg; die Covid-Pandemie, die gerade wieder an Fahrt aufnimmt; die Inflation mit stark steigenden Kosten für Energie, Ernährung und täglichen Bedarf; die sozialen Spannungen, die sich aus diesen Problemen ergeben; Klimawandel und ständig neue, beunruhigende Rekord-Phänomene – all das betrifft alle europäischen Länder und nicht nur eines oder ein paar. Aber wo steht Europa in all diesen und vielen weiteren Fragen?

Die EU ist in mehrere Blöcke zerfallen, die unterschiedliche Interessen haben, nicht die gleichen „Werte“ vertreten, sich gegenseitig mit Paragraphen ausbremsen. Dabei ist klar, dass die geographische Lage der Länder die Prioritäten in den aktuellen Krisen bestimmt. So ist in den baltischen Ländern, aber auch Skandinavien und Polen die Sorge vor dem Krieg momentan die Sorge Nummer 1, während in anderen Ländern die Auswirkungen auf die Wirtschaft und den sozialen Frieden im Vordergrund stehen. Doch statt in einer solch angespannten Lage zusammen zu stehen und das ganze politische und wirtschaftliche Gewicht von 500 Millionen Europäerinnen und Europäern in die Wagschale zu werfen, stolpert die EU in kleinen Grüppchen vor sich hin und spricht nicht mit einer Stimme.

Entsteht zwischen Deutschland und Polen so etwas wie die innere Grenze der EU? Wo sind die Gemeinsamkeiten zwischen Polen, Ungarn, der Tschechischen Republik, der Slowakei einerseits und Italien, Spanien, Portugal, Malta und Zypern andererseits, nur um diese zu nennen?

Es gibt in diesem Herbst 2022 vieles, vieles vorherzusehen, vorzubereiten, richtig zu machen. Dies wäre in einem anderen europäischen Rahmen deutlich einfacher. Ein „Europa der Willigen“, also derjenigen, die bereit sind, die wichtigen Fragen der heutigen Zeit im demokratischen Konsens im Interesse aller zu beantworten, wäre handlungsfähiger als ein gelähmter Riese von 27 Einzelkämpfern, die in den wirklich entscheidenden Fragen keine gemeinsamen Positionen haben.

Viel Zeit bleibt den europäischen Institutionen nicht mehr, um sich von innen heraus zu reformieren. Dabei werden „kosmetische“ Reformen nicht ausreichen – Europa muss demokratischer und effizienter werden, sonst ist der Zerfall programmiert. Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht – wenn Europa Pech hat, wird es von der Dynamik der Zeitgeschichte überrollt werden.

03.10.2022 à 00:05

František Zvardon : Le berceau de l’Humanité (155)

admin

Sur le chemin vers Bahir Dar, ville située au nord-ouest de l’Ethiopie, altitude 1800, 2010. © František Zvardon
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Sur le chemin vers Bahir Dar, ville située au nord-ouest de l’Ethiopie, altitude 1800, 2010.

© František Zvardon

© František Zvardon

03.10.2022 à 00:04

Hip, hip, hurra…

admin

(KL) – Am 3. Oktober 1990 stimmte der Deutsche Bundestag für die Eingliederung der neuen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in die Bundesrepublik Deutschland. Das war der offizielle Akt zur deutschen Wiedervereinigung. Ein Verwaltungsakt. Dabei war der wirkliche Tag der deutschen Einheit der 8. November 1989 gewesen. Ist das typisch für Deutschland, dass man nicht den Tag der Revolution feiert, als die mutigen Ostberliner die Öffnung der deutsch-deutschen Grenze erzwangen, sich freudetrunken mit den Westberlinern in die Arme fielen und 40 Jahren Unrechtsregime beendeten, sondern den Tag des Verwaltungsakts? Die versprochenen „blühenden Landschaften“, sprechen wir nicht mehr davon. „Blühende Landschaften“ im gemeinten Sinn gibt es nirgends mehr, insofern muss man nicht träumen. Statt „blühende Landschaften“ gibt es eben den Kampf um’s über-die-Runden-kommen. Wie überall. Feierlaune düfte heute vor allem bei den Mächtigen der Republik aufkommen, wo sie doch immer in Feierlaune sind und es in letzter Zeit wenig Anlass dazu gab. Otto Normalverbraucher hat in diesem Herbst 2022 gar keinen Grund zum Feiern. Die Inflation galoppiert, die Lage in der Ukraine eskaliert immer weiter, die sozialen Spannungen bei uns werden immer schärfer, Korruption, Gewalt und Brutalität sind heute die neuen „Werte“. Die Pandemie kehrt zurück, neue Einschränkungen treten [...]
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(KL) – Am 3. Oktober 1990 stimmte der Deutsche Bundestag für die Eingliederung der neuen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in die Bundesrepublik Deutschland. Das war der offizielle Akt zur deutschen Wiedervereinigung. Ein Verwaltungsakt. Dabei war der wirkliche Tag der deutschen Einheit der 8. November 1989 gewesen.

Ist das typisch für Deutschland, dass man nicht den Tag der Revolution feiert, als die mutigen Ostberliner die Öffnung der deutsch-deutschen Grenze erzwangen, sich freudetrunken mit den Westberlinern in die Arme fielen und 40 Jahren Unrechtsregime beendeten, sondern den Tag des Verwaltungsakts?

Die versprochenen „blühenden Landschaften“, sprechen wir nicht mehr davon. „Blühende Landschaften“ im gemeinten Sinn gibt es nirgends mehr, insofern muss man nicht träumen. Statt „blühende Landschaften“ gibt es eben den Kampf um’s über-die-Runden-kommen. Wie überall.

Feierlaune düfte heute vor allem bei den Mächtigen der Republik aufkommen, wo sie doch immer in Feierlaune sind und es in letzter Zeit wenig Anlass dazu gab. Otto Normalverbraucher hat in diesem Herbst 2022 gar keinen Grund zum Feiern. Die Inflation galoppiert, die Lage in der Ukraine eskaliert immer weiter, die sozialen Spannungen bei uns werden immer schärfer, Korruption, Gewalt und Brutalität sind heute die neuen „Werte“. Die Pandemie kehrt zurück, neue Einschränkungen treten in Kraft, während beispielsweise in den USA die Pandemie für „beendet“ erklärt wurde, womit Covid nun als „normale“ Krankheit betrachtet wird. Wer hat Recht?

In Deutschland sind sich Ost und West immer noch reichlich fremd, das Zusammenwachsen wird lange dauern und könnte sogar noch länger dauern, wenn die Ukraine-Krieg und das zerrüttete wirtschaftliche Welt-Gleichgewicht noch tiefere Schneisen in Wohlstands-Europa schlagen.

Vielleicht sollte man an diesem 3. Oktober statt Champagner zu schlürfen lieber ein wenig in sich gehen und überlegen, ob es Wege aus diesem Schlamassel gibt. Und auch, wie wir überhaupt da hineingeraten konnten. Heute brauchen wir keine Feiern, sondern Lösungen. Die Zeit drängt.

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